„Erzähl doch mal…“

Sicherung und Darstellung von insularer Zeitgeschichte und Inselentwicklung im Spannungsfeld der Nachhaltigkeit

Projektträger: Kulturstiftung Spiekeroog
Umsetzungszeitraum: 2020-2021
Projektkosten: 90.000 €
LEADER-Förderung: 45.000 €
Projektstatus: laufend

Im Mittelpunkt des Projektes steht zum einen das Festhalten von Erinnerungen, insularer Zeitgeschichte, Traditionen und „Anekdoten“ ausgewählter Insulanerinnen und Insulaner und zum anderen die Würdigung der älteren Insulaner und Zeitzeugen durch die Herstellung einer Öffentlichkeit für Inselgeschichte.

Gerade auf den kleineren Inseln werden vermutlich nie wieder Menschen für „ihr ganzes Leben“ auf der Insel wohnen, leben und arbeiten. Das insulare Leben der Nachkriegszeit ist bisher nur unzureichend dokumentiert und wird Gefahr laufen, verloren zu gehen. Das bisher gelebte Prinzip der mündlichen Überlieferung greift heute nur noch begrenzt, da die nachfolgenden Generationen oftmals Spiekeroog als Lebensmittelpunkt verlassen und somit keine Weitergabe oder „Nutzung“ der Erfahrungen stattfindet. Vorausschauend soll unter Berücksichtigung dieser Entwicklung proaktiv gehandelt werden. Durch eine Archivierung dieses Kulturgutes wird erwartet, dass wertvolle Impulse für die aktuelle Inselentwicklung in allen Aspekten der Nachhaltigkeit gewonnen werden. Dazu gehört es auch, Einblicke in den Tourismus von früher zu gewinnen, um für den Tourismus der Zukunft zu lernen. Das Spannungsfeld Tourismus vs. Einheimischer wird dabei gesondert beleuchtet.

Durch das Öffentlich machen der Lebensgeschichte der älteren Insulanerinnen und Insulaner wollen wir uns Rückbesinnen, womit die regionstypische kulturelle Identität gestärkt und nach außen kommuniziert werden soll. Es handelt sich um einen Beitrag zur Bildung für Nachhaltige Entwicklung, indem bei der Bevölkerung, den regionalen Akteuren und den Gästen ein Bewusstsein für das insulare Leben und Wirken im Weltnaturerbe geschaffen wird. Dabei nutzt das Projekt die stärkere Nachfrage und die Werbewirksamkeit des Weltnaturerbes und konzentriert sich auf die Gästegruppe, die Interesse an der regionalen Identität ihres Urlaubsortes zeigt. Aus der Retrospektive wird ein „maßvoller“ Umgang mit dem Tourismus beleuchtet, es werden sich daraus Lerneffekte für künftige Inselentwicklungen in allen Bereichen der
Nachhaltigkeit ergeben.